Kurz nach 18 Uhr haben mich Informationen erreicht, dass der Wald am Tösberg brennt, genauer hinter dem Terrassenbau an der Landstraße nach Lauterbach. Gegen 20.30 warnt die Feuerwehr im Bereich Schramberg-Tal, Sulgen, Tennenbronn und Lauterbach vor Rauch- und Geruchsbelästigung. Die Bewohner sollen Türen und Fenster geschlossen halten und Klima- und Lüftungsanlagen ausschalten. Über den aktuellen Stand berichte ich am Ende dieses Artikels.

Dort an der Straße Richtung Lauterbach steht ein Waldstück in Flammen. Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. Die Polizei hat die Straße gesperrt. Augenzeugen berichten von meterhohen Flammen. Auch seien Steine den Hang heruntergepoltert.




Auf dem Sulgen gehe ein Ascheregen nieder, berichtet ein Anwohner aus dem Bereich Dr. Helmut-Junghans-Straße.
Andere berichten von „schwarzen Tannennadeln“, die niedergingen. Zwischenzeitlich hatte es in Schramberg geregnet, aber wohl nicht ausreichend.
Auch Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr ist am Einsatzort. In Vertretung von Landrat Christoph Keckeisen, der im Urlaub ist, ist sein Stellvertreter Hermann Kopp in Schramberg.



Was weiter geschieht
Gegen 19 Uhr berichtet Feuerwehrsprecher Dany Barowka, dass das Feuer sich Richtung Tennenbronn ausbreite. Man werde mehr Feuerwehrleute brauchen, um das Feuer zu bekämpfen. Etwa zwei Hektar Wald stehen in Flammen.
Gegen 20 Uhr waren etwa 160 Feuerwehrleute aus dem Kreis Rottweil und aus St. Georgen im Einsatz. Landwirte brachten Löschwasser in Gülletanks. Aus dem Freibad in Tennenbronn holte ein Tankfahrzeug der Feuerwehr Löschwasser.
Nach 21 Uhr sind die Feuerwehrleute weiterhin bemüht, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, doch bislang wohl vergebens. das Feuer ist sowohl Richtung Tennenbronn als auch Richtung Talstadt weiter vorgedrungen. Die Feuerwehr hofft wohl, dass der Holzabfuhrweg eine Barriere darstellt und die Flammen dort gestoppt werden können.

Um 21.30 Uhr brennt es weiterhin im Bereich zwischen Schramberg und Tennenbronn. Etwa acht Hektar Wald stehen in Flammen. Besonders gefährlich wird es Richtung Talstadt, weil inzwischen der Wind stärker geworden ist. Die Feuerwehrleute versuchen die Flammen aus drei Richtungen zu bekämpfen. Viele Landwirte unterstützen die Feuerwehr und schaffen mit Güllefässern Löschwasser heran.
Inzwischen sind mehr als 200 Feuerwehrleute im Einsatz. Hinzu kommen etwa 50 Helfer von Rotem Kreuz und DRK. Um 21.45 haben OBin Eisenlohr und Stadtbandmeister Wöhrle die Medien informiert. (Ich sitze etwa 700 Kilometer entfernt in Kärnten und danke allen – auch den Kolleginnen und Kollegen des Schwabo und der NRWZ – , die mich aus der Ferne auf dem Laufenden halten.)

22 Uhr Jochen Buhr aus dem Tös berichtet, es gebe immer wieder neue Brand-Nester. Es herrsche „Solidarität und Hilfsbereitschaft allenthalben“. Inzwischen kämen die Flammen dem Felsenkeller schon recht nahe. Das Feuer sei inzwischen bis zur Kurve beim Holzabfuhrweg vorgedrungen.


23 Uhr. Das Feuer ist noch längst nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte werden wohl auch in der Nacht weiter die Flammen bekämpfen müssen. Von der Lauterbacher Straße betrachtet, scheine es weniger zu werden, schreibt ein Anwohner.
Wie die NRWZ meldet, sei das Flughafenfeuerwehrfahrzeug inzwischen im Einsatz. Es handelt sich um ein ausrangiertes Löschfahrzeug vom Franz-Josef- Strauß-Flughafen München mit 12,5 Tonnen Wasserspeicherung. Das Fahrzeug habe Hannes Steim privat erworben, berichtet sein Vater Hans-Jochem Steim.
Es befinde sich nicht in der Sammlung Steim, wie ich hier irrtümlich geschrieben hatte. Es würde dort „den Platz von mehreren Ausstellungsstücken“ einnehmen. Steim Junior habe es zum Löschen „gestern und heute mehrmals persönlich eingesetzt, dabei hat er beim Feuerwehrgerätehaus jeweils ‚Wasser gefasst’“, stellt Steim klar.

Beim Pressegespräch war Patrick Wöhrle von acht bis zehn Hektar betroffenem Waldgebiet ausgegangen. Man versuche an Schneisen und Waldwegen das weitere Vordringen des Feuers zu stoppen.
Oberbürgermeisterin Eisenlohr sagte die Lage sei weiterhin angespannt. sie dankte allen Einsatzkräften und Helferinnen und Helfern aus Schramberg, dem Landkreis Rottweil und dem Umland für ihren Einsatz.
Für morgen Vormitttag sind Regen und Gewitter angekündigt. Hoffentlich bringt das Entlastung und ein Ende des Waldbrands.


