Tös-Waldbrand noch nicht vollständig gelöscht +++ Löschhubschrauber war erfolgreich

Der verheerende Tös-Waldbrand, der gestern am frühen Abend in Schramberg ausgebrochen ist, ist noch nicht gelöscht. Der angekündigte Regen lässt um 7.40 Uhr noch auf sich warten. Die Feuerwehren sind weiterhin im Einsatz. Kurz vor 9 Uhr hat Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle den Einsatz eines Löschhubschraubers angekündigt.

Löschhubschrauber kommt

9.45 Uhr Bei einem Pressegespräch vor etwa einer Stunde hat Wöhrle über die Brandbekämpfung in der Nacht berichtet. Die „linke Flanke“ sei kritisch, weil sehr steil und für die Einsatzkräfte zu gefährlich. Dort herrschten weiterhin massive Temperaturen, und müsse man jederzeit mit einem Wiederaufflammen rechnen.

Deshalb habe man einen weiteren Polizeihubschrauber angefordert, der mit einem Löschwasserbehälter ausgestattet sei. Dieser werde gegen 10 Uhr eintreffen. Im Bereich Reute werde der Hubschrauber mit Löschwasser befüllt. Der Hubschrauber werde dann entlang der Hochspannungsleitung den Brand bekämpfen, kündigt Wöhrle an, „sodass wir dann hoffentlich bald das Feuer in den Griff bekommen und ‚Feuer aus‘ melden können.“

Eine weitere gute Nachricht: Seit etwa einer halben Stunde (9.15 Uhr) regnet es in Schramberg.

Der Löschhubschrauber ist da

10.30 Uhr: „Aktuell nimmt der Hubschrauber der Polizei mit Löschwasserbehälter die Arbeit auf, berichtet Andre Wendel vom Pressestab der Feuerwehr. Wegen der steilen Hanglage könnten die „bodengebundenen Einsatzkräfte dort nicht löschen.

„Im Bereich der rechten Flanke ist das Feuer aktuell unter Kontrolle. Für die
Bevölkerung besteht aktuell nach wie vor keine Gefahr.“ Wegen der
Rauchentwicklung sollen Fenster und Türen aber weiterhin geschlossen
bleiben und Klima- und Lüftungsgeräte ausgeschalten werden.

Die Feuerwehren hätten weitere Einsatzkräfte durch eigenständige Löschzüge
ausgetauscht, so dass weiterhin etwa 330 Kräfte vor Ort sind, teilt André Wendel vor wenigen Minuten mit.

11.30 Uhr Der Polizeihubschuber mit Löschwasserbehälter ist im Einsatz. Die Bedingungen sind allerdings schwierig. Der Rauch und Dampf, dazu er (an sich erfreuliche) Regen und zudem die Hochspannungsleitung im Einsatzgebiet fodern die Piloten.

Man muss schon genau hinschauen, um den Wasserbehälter unterhalb des Hubschraubers zu erkennen. Foto: Bornschein.

Weil es keinen passenden See gibt, befüllen die Feuerwehrleute den Löschwasserbehälter über einen Schlauch. das dauert einige Minuten. Dann kann der Hubschrauber etwa 3000 Liter Wasser über einem Brandherd ablassen.

Im Lauf des Vormittags haben sich die beiden Landtagsabgeordneten Stefan Teufel (CDU) und Artur Eichin (Grün) in Schramberg über die Löscharbeiten informiert. Beide dankten den Einsatzkräften für ihr Engagement, aber auch der Bevölkerung und insbesondere den Landwirten für ihre Unterstützung.

Hubschraubereinsatz hat gewirkt: Zwei Hotspots unter Kontrolle

14 Uhr: „Der Einsatz des Hubschraubers mit Löschwasserbehälter hat Wirkung
gezeigt“, meldet Feuerwehrsprecher André Wendel gegen 14 Uhr. Die beiden unzugänglichen Hotspots im Steilhang seien nun unter Kontrolle. Es finden weiterhin Löscharbeiten statt. In ersten Bereichen gehe die Feuerwehr zu Nachlöscharbeiten über. „Das Feuer ist aber noch nicht aus.“

Aufgrund der hohen Steinschlaggefahr mussten die Feuerwehrleute die bodengebundenen Löscharbeiten teilweise unterbrechen. Man habe diese aber inzwischen wieder aufgenommen. Die im Brandbereich verlaufende 110 kV Stromleitung hatte die Netzte BW bereits gestern ohne Auswirkungen für die Bevölkerung abgeschaltet.

Inzwischen schätzt die Feuerwehr die vom Waldbrand betroffene Fläche auf 15 bis 20 Hektar, also etwa 30 Fußballfelder. „Die weiteren Maßnahmen werden mindestens noch bis in die Abendstunden andauern“, so Wendel.

Weiterhin gesperrt ist die Strecke Schramberg – Lauterbach.

17 Uhr Beim Waldbrand in Schramberg meldet die Feuerwehr „weitere Entspannung“. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich aktuell auf Nachlöscharbeiten. „Die örtlichen Einheiten werden nun deutlich reduziert und abgelöst, einzelne Einsatzabschnitte werden aufgelöst“, berichtet André Wendel gegen Abend. Die zusätzliche Wasserversorgung von der Schiltach werde gerade zurückgebaut. „Die Löschmaßnahmen mit dem Hubschrauber sind abgeschlossen.“

Nun werde die „TaskForce Vegetationsbrandbekämpfung“ aus Freiburg mit speziellem Gerät eingesetzt. Sie soll die letzten Glutnester im Waldboden ausfindig machen und löschen.


Die Lage am morgen

Über der Stadt liege dichter Dampf und Rauch. Es habe bisher nur schwarze Tannennadeln geregnet.

Foto: Bornschein

Sobald ich nähere Informationen habe, werde ich dies hier berichten.

Meldung der Feuerwehr heute früh 8 Uhr:

„Zum aktuellen Zeitpunkt, Montag 8 Uhr, sind etwa 80 Fahrzeuge im Einsatz, darunter spezielle Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge aber auch zahlreiche Landwirte.“ Die etwa 330 im Einsatz befindlichen Einsatzkräfte haben man im Laufe der Nacht sukzessive ausgetauscht, sodass insgesamt etwa 400 Einsatzkräfte beteiligt sind und waren.

Die Wasserversorgung habe die Feuerwehr durch aufwändige Schlauchleitungen und Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen und Güllefässern von Landwirten
sichergestellt. „Aktuell ist zusätzlich eine leistungsfähige Wasserförderung vom Fluss Schiltach in Betrieb.“

„Die Brandbekämpfung erfolgt von drei Seiten, dabei konnte die Ausbreitung insbesondere in Richtung eines angrenzendes Wohngebietes vorerst verhindert werden. Im besonders steilen Gelände gibt es aktuell zwei größere Brandstellen, die nur schwer erreichbar sind.“
Zusätzlich seien in den Flanken noch zahlreiche Glutnester vorhanden. „Wie lange der Einsatz noch dauern wird ist aktuell nicht absehbar.“

Keine Entspannung

Am Montagmorgen meldet die Pressestelle der Feuerwehr, es gebe keine Entspannung der Lage. Die Feuerwehren der Region seien „weiterhin mit einem starken Aufgebot beim Waldbrand in Schramberg im Einsatz”. Die Löschmaßnahmen zeigten zwar Erfolg, “von einer Entspannung der Lage kann jedoch noch keine Rede sein”. Der Einsatz werde wohl noch den ganzen Montag dauern.

Die Warnung der Bevölkerung vor Geruchsbelästigung habe weiterhin Bestand Man bitte Fenster und Türen geschlossen zu halten, sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Bei den Einsatzkräften tauschen die Verantwortlichen die Feuerwehrleute inzwischen aus. Manche waren seit Alarmbeginn am Sonntagabend gegen 17.30 Uhr im Einsatz. Unterstützung erhalten die Feuerwehrleute seit der Nacht auch von Feuerwehrleuten aus Reutlingen und der Berufsfeuerwehr aus Freiburg, berichtet die NRWZ.

Laut Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle brannte – oder brennt – es auf einer Fläche von etwa 300 auf 400 Metern.

Für die Bevölkerung bestehe aber nach wie vor keine Gefahr, so die Feuerwehr. Auch eine Evakuierung von Anwohnern sei nicht erforderlich. Glücklicherweise ist bisher auch niemand verletzt worden.

Dichter Qualm über dem Tösberg. Foto: Bornschein

Die Geruchsbelästigung ist nach wie vor sehr stark: Selbst in Waldmössingen könne man „nicht die Fenster öffnen oder rausgehen“, schreibt eine Erzieherin aus einem dortigen Kindergarten.

Gegen 9 Uhr hat nun immerhin leichter Regen eingesetzt.