Die erste Ausschreibung für den Hallen-Neubau in Tennenbronn endete in einer finanziellen Katastrophe. Die Stadt erbat ein Angebot für die Rohbauarbeiten, den Verbau und die Brunnengründung für die Halle Tennenbronn. Die Planer hatte die Kosten dafür mit 1,76 Millionen Euro berechnet. Eingegangen sind eine Reihe von Geboten. „Das günstigste lag bei 2,896 Millionen Euro“, berichtete Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr am Ende der Gemeinderatssitzung.
Damit übertraf das Angebot den kalkulierten Preis um satte 68 Prozent. Das teuerste Gebot lag sogar bei fast vier Millionen Euro. Eisenlohr hat vorgeschlagen, die Ausschreibung „aus wirtschaftlichen Gründen“ aufzuheben. Das ist rechtlich möglich, wenn die Gebote sehr stark vom kalkulierten Preis abweichen.
Über das weitere Vorgehen solle der Rat „im Rahmen der Haushaltsklausur“ diskutieren. Diese Klausur ist für Mitte Oktober geplant. Eisenlohr sieht eine Möglichkeit, zu günstigeren Geboten zu kommen, darin, die bei er ersten Ausschreibung gebündelten Arbeiten für den Rohbau, die Brunnengründung und den Verbau getrennt auszuschreiben.
Spatenstich verschiebt sich
Eigentlich sollte noch in diesem Herbst der erste Spatenstich für die Tennenbronner Halle erfolgen.
Das scheint nun unmöglich und der schon im Juni ebenfalls angedachte Termin „Frühjahr 2027“ eher wahrscheinlich. Ob angesichts der sich abzeichnenden Preissprünge der Hallenbau wie geplant über die Bühne geht? Nach der Haushaltsklausur werden wir schlauer sein.
Die neue Sport- und Festhalle Tennenbronn entwickelt sich zum Schramberger „Stuttgart 21“: Als man 2015 mit den Plänen konkreter wurde war von Kosten in Höhe von 4,6 Millionen Euro die Rede. Vor den Sommerferien hatte der Gemeinderat den damals geltenden Kostenrahmen für die Sport – und Festhalle Tennenbronn von 15,8 auf 16,6 Millionen Euro heraufgesetzt. Bald das Vierfache vom ursprünglichen Preis.
Lange Vorgeschichte
Im Jahr 2015 hatte man schon ein Jahrzehnt debattiert, wo denn die Halle Tennenbronn gebaut werden soll. Auf dem Krone-Areal, am bisherigen Standort oder eben hier beim Dorfweiher? Man blieb beim am wenigsten schlechten Standort. Dorfweiher. Der liegt zwar am Rande einer hochwassergefährdeten Zone. Aber wenigstens gehörte der Stadt das Grundstück und die Parkplatzfrage war lösbar.
Nach der Ausschreibung im Sommer kam nun die Ernüchterung in der Abteilung Hochbau, als man die Gebote zu den ersten Arbeiten zu Gesicht bekam. Wie es weitergeht? Der Schwabo zitiert den Tennenbronner Ortsvorsteher Manfred Moosmann. Der will mit dem Ortschaftsrat nach Einsparmöglichkeiten suchen, an den grundsätzlichen Plänen für die Halle aber festhalten: „Sonst lösen wir kein Problem.“
Ok, sagen wir, das Problem hat dann die Stadtkämmerei, denn wie angesichts der desolaten Haushaltslage die Stadt die neue Halle bezahlen soll, steht in den Sternen.


